Aufruf zur Mäusegift Rückgabe

Im Zusammenhang mit einem Grosseinsatz der Feuerwehr am 20.2.2010 in Meilen ruft das kantonale Labor Zürich Privatpersonen auf, Mausgift vom Typ „Polythanol“ an die Verkaufsstelle oder an eine Sonderabfall-Sammelstelle zurückzubringen. Bei dem Unfall im Februar mussten neun Feuerwehrleute, welche die giftigen Dämpfe eingeatmet hatten, in Spitalpflege gebracht werden. Zehn Hausbewohner wurden evakuiert.

Mehrere Zwischenfälle bekannt

Bereits im Februar 2010 musste die Feuerwehr Sattel im Kanton Schwyz wegen austretender giftiger Dämpfe des Mäusegifts in einem Kellerabteil einschreiten. Im September 2007 kommt es in Göttingen zu einem Chemieunfall, bei dem 19 Kinder und Jugendliche sowie 7 Erwachsene ins Spital eingeliefert werden. In Singen tritt 2008 in einem Kompostwerk das giftige Gas aus. Im Februar 2010 versiegelt die Polizei in Gummersbach vorsorglich ein Mehrfamilienhaus weil auch dort 30 Menschen direkt oder indirekt durch das Gas kontaminiert wurden. Unter Atemschutz mussten die Bewohner aus dem Gebäude gebracht und auf  Intensivstationen der umliegenden Spitäler verteilt werden.

Calciumphosphid, gemeinhin als Mäuse- oder Rattengift bekannt, ist eine hochtoxische Substanz, die im Kampf gegen Nagetiere aller Art eingesetzt wird. Etwa in Getreidelagern oder gegen Wühlmäuse im Garten. Bei sorgloser oder unsachgemässer Anwendung oder Aufbewahrung drohen schon in geringen Konzentrationen schwere und lebensgefährliche Gesundheitsschäden. Die neun Feuerwehrleute mit Vergiftungserscheinungen konnten glücklicherweise wieder aus dem Spital entlassen werden. Es hätte aber auch anders ausgehen können. Das Mittel, welches in Mäuselöcher gestopft wird, bildet in Kontakt mit Wasser das farblose Gas Phosphin. Weil das Gas schwerer als Luft ist, sinkt es langsam in die Gänge der Nagerbauten hinab und tötet so die Tiere.

Wie kommt es, dass derart gefährliche Substanzen ohne eine Bewilligung für den Privatgebrauch im Umlauf sind?

Nun erklärt man von offizieller Seite, das Mäusegift sei „irrtümlich“ von verschiedenen Händlern über Verkaufsstellen wie Apotheken, Drogerien, Landi-Verkaufsstellen oder Gartencentern an private Verwender abgegeben worden. Und: das Produkt sei fälschlicherweise nur als „giftig“ gekennzeichnet worden und nicht als „sehr giftig“.

Im Kanton Zürich dürfen nun nur noch Fachleute für die berufliche Verwendung mit entsprechenden Fachkenntnissen über das Mittel verfügen. Eine kluge Entscheidung. Nur noch klüger wäre es allerdings, wenn diese gefährliche Substanz ganz verboten würde: Zur Freude von Mensch und Tier.

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